Verlängertes Wochenende? Auf in den Norden!
Der Herbst bietet dieses Jahr gleich mehrere Gelegenheiten, das Wochenende um ein oder zwei Tage zu verlängern. Und es wäre schade, die freien Tage zu Hause zu verbringen. Deshalb haben wir einen dreitägigen Reiseplan für Sie zusammengestellt, der Sie nach Liberec, ins Isergebirge und ins Böhmische Paradies führt und herbstliche Ausflüge mit Kultur, Glaskunst, gutem Essen und etwas Entspannung verbindet.
Wo sonst beginnen als in Liberec
Und wo könnte man besser starten als in Liberec selbst? Auch wenn eine der schönsten Straßen der Stadt, die Masarykova, derzeit saniert wird, erreichen Sie das Nordböhmische Museum MUZA ganz bequem. Hier können Sie die Dauerausstellung Schönheit + Nutzen zur europäischen angewandten Kunst, die naturkundliche Ausstellung Berührungen des Nordens, Liberecer Fragmente zur Geschichte der Stadt oder die interaktive Ausstellung mechanischer Musikautomaten besuchen. Im Herbst 2026 ergänzen beispielsweise die Ausstellungen Burgen rund um Liberec und ALLES, WAS WIR WOLLTEN das Programm. Letztere erinnert an das Phänomen der Liberecer Ausstellungsmärkte.
Auf keinen Fall sollten Sie außerdem den Aufstieg auf den 41 Meter hohen Museumsturm verpassen. Auf dem Weg begleitet Sie die 26 Meter hohe Glasleiter Climax Paradisi der Brüder Salanský, und oben erwartet Sie ein weiter Blick über Liberec, das Isergebirge und den Ještěd-Kamm.
Nur wenige Gehminuten vom Museum entfernt liegt der Botanische Garten, einer der ältesten in Tschechien. In seinen Gewächshäusern wechseln Sie innerhalb weniger Minuten vom herbstlichen Liberec in die Tropen – zwischen Palmen, Orchideen, fleischfressenden Pflanzen, Kakteen und riesigen Seerosen. Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, werden ihnen sicher auch die Aquarien mit farbenprächtigen Fischen und weiteren Bewohnern der Unterwasserwelt gefallen.
Nach Museum und Botanischem Garten ist es höchste Zeit für Kaffee und etwas Gutes dazu. In Liberec haben Sie reichlich Auswahl. Direkt gegenüber dem Museum können Sie in der Kavárna Lázně einkehren. In den Räumen des ehemaligen Stadtbades genießen Sie Spezialitätenkaffee von Nordbeans aus Liberec und dazu beispielsweise etwas aus der hauseigenen Bäckerei.
Für die nächste Kaffeepause bietet sich Jedno v Paláci in den schönen Räumen des Liebieg-Palais an. Bis zum 31. Oktober können Sie Ihren Besuch außerdem mit der Ausstellung Was für eine Haube! Riesengebirgsperlen auf Festtagstrachten in der Galerie Johann verbinden. Sie zeigt, welche Rolle kleine Glasperlen in festlichen Trachten nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern spielten.
Wenn Sie direkt im Zentrum bleiben möchten, gönnen Sie sich einen Kaffee im Fofr Kafe am Dr.-E.-Beneš-Platz. Neben Spezialitätenkaffee sowie süßen und herzhaften Kleinigkeiten liegt Ihnen hier das Liberecer Rathaus praktisch zu Füßen. Und wenn das Wetter mitspielt, gibt es kaum einen besseren Ort, um den Tag in Liberec ausklingen zu lassen, als bei Sonnenuntergang auf dem Ještěd.
Herbstfarben auf der Jizerka
Am zweiten Tag tauschen Sie die Stadt gegen die Berge und fahren nach Jizerka. Eine der höchstgelegenen Siedlungen Tschechiens ist zu jeder Jahreszeit schön, im Herbst zeigt sie sich jedoch von einer besonders reizvollen Seite. Unternehmen Sie einen leichten, etwa neun Kilometer langen Spaziergang, bei dem Sie die gesamte Siedlung durchqueren und bis zum Moorgebiet Rašeliniště Jizerky gelangen. Und wenn Ihnen die Wanderung noch nicht reicht und Sie Jizerka auch von oben sehen möchten, steigen Sie auf den Bukovec.
Nach einigen Kilometern meldet sich natürlich der Hunger, doch für gutes Essen müssen Sie nicht weit fahren. Direkt in der Siedlung können Sie im Panský dům oder in der Pyramida einkehren, wo klassische Hausmannskost serviert wird. Wenn Sie etwas Ungewöhnlicheres suchen, fahren Sie von Jizerka hinunter zur Celnice Kořenov. Dieser Ort ist weit mehr als nur ein Café – hier gibt es Kaffee, Streetfood und Bier aus kleineren Brauereien, während sich Kinder über ein großes Spielzimmer und eine Boulderwand freuen.
Wenn Sie schon in Kořenov sind, sollten Sie das örtliche Zahnradbahnmuseum auf keinen Fall verpassen. Genau hier verläuft die legendäre Zubačka – die steilste Eisenbahnstrecke Tschechiens. Wenn der Termin passt, können Sie sogar mit einem historischen Zug fahren. An ausgewählten Tagen ist außerdem die Zahnradlokomotive „Rakušanka“ unterwegs, die die steilsten Abschnitte tatsächlich mithilfe ihres Zahnrads bewältigt. Das aktuelle Programm, die Termine der historischen Fahrten und die Fahrpläne finden Sie direkt auf der Website der Zubačka.
Schlösser, Glas und Bierbad im Böhmischen Paradies
Machen Sie den dritten Tag ein wenig herrschaftlich und beginnen Sie auf Schloss Sychrov. Ein großer Vorteil ist, dass es zu den wenigen Schlössern der Region gehört, die auch montags geöffnet sind – der Basisrundgang kann im Herbst täglich besucht werden. Und es bleibt keineswegs bei einem kurzen Blick in einige wenige Räume. Während der Führung durchqueren Sie private und repräsentative Räume des ehemaligen Sitzes der Familie Rohan und gelangen unter anderem auch in das Königliche Appartement. Nach der Besichtigung sollten Sie sich Zeit für einen Spaziergang durch den weitläufigen Schlosspark nehmen, der sich im Herbst besonders schön präsentiert.
Von Sychrov geht es weiter in Richtung Svijany, doch unterwegs empfehlen wir einen kurzen Zwischenstopp in der familiengeführten Glashütte Jaroš Glass. Mit etwas Glück können Sie den Glasmachern bei der Arbeit zusehen und beobachten, wie aus glühender Glasmasse mundgeblasenes Glas entsteht. Auch die fertigen Produkte können Sie sich ansehen. Und wenn es Zeit für eine Pause ist, gibt es direkt in der Glashütte ein Café.
Während Sychrov auf repräsentative Innenräume und die Atmosphäre eines Adelssitzes setzt, bietet Schloss Svijanyeinen deutlich lockereren und spielerischeren Besuch. Sie können das Schloss in Ihrem eigenen Tempo erkunden und entdecken neben den Schlossräumen beispielsweise einen Bronzeschatz oder eine Ausstellung zum Brauwesen im Schlosskeller. Wenn Sie es etwas abenteuerlicher mögen, probieren Sie das Schlossspiel Arcana II – Gegen die Zeit aus. Mithilfe einer mobilen App lösen Sie Rätsel, suchen versteckte Hinweise und decken Schritt für Schritt eine Geschichte auf, die im Jahr 1935 spielt. Das Spiel dauert etwa 90 Minuten und eignet sich sowohl für Familien als auch für Freundesgruppen.
Und wenn Sie schon in Svijany sind – warum den dritten Tag unnötig beschleunigen? Beenden Sie ihn mit einem Abendessen und Entspannung im örtlichen Bierbad. Zum Bierbad in einer Eichenwanne gehört Svijany-Bier direkt vor Ort. Denken Sie nur daran, rechtzeitig zu reservieren.